Peniskrebs

  • 1. Beschreibung

  • 2. Ursachen & Risikofaktoren

  • 3. Häufigkeit

  • 4. Symptome

  • 5. Diagnose

  • 6. Krankheitsverlauf

  • 7. Behandlung

  • 8. Folgen

  • 9. Vorbeugung

Diese und weitere Erkrankungen können von bestimmten Humanen Papillomviren (HPV) verursacht werden.

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Das Peniskarzinom ist in Deutschland eine sehr seltene Krebserkrankung. Sie tritt überwiegend bei älteren Männern auf. Etwa die Hälfte der Peniskarzinome wird durch Humane Papillomviren ausgelöst.

Derzeit wird angenommen, dass es hauptsächlich zwei Risikofaktoren gibt, die die Entstehung von Peniskrebs begünstigen: bestimmte langanhaltende Entzündungen, die u. a. durch eine verengte Vorhaut oder mangelhafte Hygiene begünstigt werden, sowie eine Infektion mit bestimmten Hochrisikotypen des HP-Virus. Derzeit gehen Experten davon aus, dass ca. die Hälfte aller Peniskarzinome mit einer Infektion mit bestimmten Hochrisikotypen des HP-Virus zusammenhängen.

 

HPV wird über direkten Kontakt von Mensch zu Mensch übertragen und dringt über Mikroverletzungen der Haut bzw. Schleimhaut in den Körper ein. Dies geschieht hauptsächlich beim Geschlechtsverkehr. Risikofaktoren für eine Infektion mit HP-Viren sind deshalb u. a. eine hohe Anzahl von Sexualpartner:innen, Oral- und Analverkehr sowie ein geschwächtes Abwehrsystem.

Im Jahr 2014 wurde in Deutschland bei insgesamt 950 Männern Peniskrebs neu diagnostiziert. Somit liegt das jährliche Erkrankungsrisiko bei etwa 2 von 100.000 Männern. Dabei haben Männer in höherem Alter auch ein höheres Risiko, an Peniskrebs zu erkranken.

 

Im Vergleich zu anderen Krebserkrankungen des Mannes sind die Überlebenschancen bei Peniskrebs überdurchschnittlich gut. Sie variieren jedoch, je nach Krankheitsstadium:

  • Ist der Tumor noch im frühen Stadium und nur auf den Penis begrenzt, so leben nach 5 Jahren noch mindestens 85 % dieser Patienten.
  • Hat sich der Tumor schon in Lymphknoten ausgebreitet, leben nach 5 Jahren noch mindestens 59 % der Patienten.
  • Wenn der Tumor bereits in entfernten Organen Tochtergeschwülste (Fernmetastasen) gebildet hat, überlebt etwa jeder zehnte Patient die ersten 5 Jahre. Fernmetastasen treten jedoch meist erst im späten Verlauf auf. Sie sind häufig in Lunge, Leber und Knochen zu finden.

Die ersten Anzeichen von Peniskrebs sind meist Veränderungen an der Haut des Penis. Diese Veränderungen treten häufig an der Eichel oder der Vorhaut auf, können aber auch den Schaft betreffen. Beispiele für solche Veränderungen sind:

  • Verdickung eines Hautbereichs
  • Veränderung der Hautfarbe
  • Eine Schwellung
  • Ein Geschwür, das bluten kann
  • Ein rötlicher, samtartiger Ausschlag unter der Vorhaut
  • Kleine, krustige Beulen
  • Flache, bläulich-braune Wucherungen
  • Übelriechender Ausfluss oder Blutungen unter der Vorhaut

 

Auffällige Symptome sollten ärztlich abgeklärt werden, denn je früher die Erkrankung erkannt wird, desto besser sind die Chancen auf einen günstigen Krankheitsverlauf.

Bei Verdacht auf Peniskrebs wird die Diagnose durch eine Gewebeprobe gesichert, die mikroskopisch untersucht wird. Mit Hilfe weiterer Untersuchungen wird geklärt, ob der Tumor Tochtergeschwülste in Lymphknoten oder anderen Organen gebildet hat. Zum Einsatz kommen bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Kernspintomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) für die Untersuchung der Lymphknoten und Organe im Leisten-, Becken- und Bauchraum. Auch Röntgenbilder der Lunge und eine Skelettszintigraphie können durchgeführt werden.

 

Je früher Peniskrebs entdeckt und die Therapie begonnen wird, desto besser sind die Heilungschancen. Strukturierte Vorsorgeuntersuchungen wie bei Gebärmutterhalskrebs bei Frauen gibt es für Peniskrebs nicht. Es ist daher wichtig, dass Männer selbst auf auffällige Veränderungen achten. Darunter fallen unter anderem: Hautveränderungen, Verhärtungen oder Schwellungen an Eichel oder Vorhaut sowie Ausfluss oder Blutungen. Treten derartige Symptome auf, so sollten sie ärztlich abgeklärt werden.

Nachdem bei einem Mann Peniskrebs diagnostiziert wurde, versuchen die Ärzt:innen herauszufinden, ob sich der Krebs bereits im Körper ausgebreitet hat und wenn ja, wie weit. Dieses Vorgehen wird als „Staging“ bezeichnet. Es hilft dabei festzustellen, wie ernst die Krebserkrankung ist und wie sie am besten behandelt werden kann.

Für die Behandlung wird als erste Therapieoption die Operation gewählt, wobei der Tumor in der Regel lokal entfernt werden kann. Nur bei sehr ausgedehnten Tumoren muss der Penis amputiert werden. Bei einem fortgeschrittenen Stadium oder wenn sich Tochtergeschwülste schon im Körper ausgebreitet haben, können zusätzlich Strahlen- und/oder Chemotherapie sinnvoll sein.

 

Direkt im Anschluss an die Therapie beginnt die Nachbeobachtung. Neben der Beurteilung des Erfolgs der Therapie steht auch die Erfassung von therapie- und tumorbedingten Nebenwirkungen auf dem Plan. Ziel ist es, den Patienten Ängste und Sorgen vor einem Wiederauftreten des Tumors und vor den bleibenden Folgen der Therapie zu nehmen.

Peniskrebs kann zu langfristigen, lebensverändernden Folgen führen. Dazu zählen beispielsweise Probleme beim Wasserlassen oder die Beeinflussung der Sexualfunktion. Vor allem sexuelle Störungen stellen eine große psychische Belastung dar und können die Lebensqualität der Betroffenen stark beeinflussen. Die begleitende psychoonkologische Betreuung nimmt deshalb in der Therapie des Peniskrebses eine wichtige Rolle ein.

Der beste Weg, das Risiko für Peniskrebs zu verringern, besteht darin, bekannte Risikofaktoren zu vermeiden (siehe Ursachen & Risikofaktoren). Einer der wichtigsten Faktoren bei unbeschnittenen Männern ist eine gute Genitalhygiene.

 

Etwa die Hälfte aller Peniskarzinome sind mit einer HPV-Infektion assoziiert. HPV ist sehr weit verbreitet, so dass schon einmaliger Geschlechtsverkehr mit einer einzigen Person ein Risiko darstellt. Eine HPV-Infektion kann dabei bereits Jahre bestehen, ohne dass der Betroffene Symptome feststellt.

 

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