Vorbeugen

HPV-Impfung

Warum gegen HPV impfen?

Impfungen können einen Schutz vor bestimmten Infektionskrankheiten bieten und haben dazu geführt, dass Krankheiten wie z.B. die Kinderlähmung in Europa nicht mehr vorkommen. HPV ist weit verbreitet und kann unter anderem zu bestimmten Krebsvorstufen und Krebs führen. Es gibt jährlich rund 60.000 Fälle von HPV-bedingten Gebärmutterhalskrebsvorstufen und etwa 7.800 Krebserkrankungen bei Männern und Frauen, die durch HPV ausgelöst werden. Außerdem erkranken jedes Jahr in Deutschland etwa 120.000 Menschen an Genitalwarzen. Mit der Impfung gegen HPV kann bestimmten HPV-bedingten Erkrankungen vorgebeugt werden.

Welche Erfahrungen gibt es mit der HPV-Impfung in anderen Ländern?

In europäischen Ländern, wie z.B. in Italien, Österreich oder in der Schweiz wird die HPV-Impfung für Jungen und Mädchen bereits seit längerem empfohlen. Untersuchungen z.B. aus Großbritannien, Dänemark oder Australien zeigen, dass die Anzahl an neuen HPV-Infektionen und HPV-bedingten Gewebeveränderungen im Genitalbereich gesenkt werden konnte.

 

In Dänemark konnten seit der Einführung der HPV-Impfung 2008 die Gebärmutterhalskrebsvorstufen bei Frauen bis zum Alter von 23 Jahren um 40 % reduziert werden.

 

In England sank bei den 16-18 Jährigen zwischen 2010 und 2016 die Häufigkeit von Infektionen mit den Hochrisikotypen HPV 16 und HPV 18 um 80 %. Gleichzeitig stieg im diesem Zeitraum die Impfquote von 58,2% auf 86,7%.

 

In Südschweden nahmen bestimmte HPV-Infektionen nach der Einführung der Impfung um fast die Hälfte ab. Von 2008 bis 2013 waren es 41,6 % bzw. 45,6 % weniger HPV-Infektionen mit den Hochrisiko-HPV-Typen 16 und 18 bei Frauen im Alter von 14 bis 22 Jahren.

 

In Australien konnten Genitalwarzen bei Mädchen und Frauen unter 21 Jahren zwischen 2004 und 2014 um 94 % reduziert werden. Außerdem konnte der Anteil an Frauen mit bestimmten Gewebeveränderungen am Gebärmutterhals zwischen 2006 und 2013 um 54 % reduziert werden.

Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Impfung?

Die STIKO empfiehlt eine Impfung von Jungen und Mädchen bereits ab 9 Jahren. Die Impfung sollte vor einer möglichen Infektion mit HPV durchgeführt werden. Zudem reagiert das Immunsystem umso besser auf die Impfung, je jünger die geimpfte Person ist. Je früher geimpft wird, desto größer ist der Nutzen. Zudem kann der Impfstoff bis zum Tag vor dem 15. Geburtstag in zwei Dosen verabreicht werden, danach sind drei Impfungen nötig.

Wie läuft die Impfung ab?

Die Impfstoffe erhalten Mädchen und Jungen bis 14 Jahre heute in zwei Einzelimpfungen im Abstand von mindestens fünf Monaten. Ab dem Alter von 15 Jahren sind drei Einzelimpfungen vorgesehen. Die zurzeit verfügbaren Präparate werden in der Regel in die Muskulatur des Oberarms geimpft.

Wer sollte sich impfen lassen?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut empfiehlt die HPV-Impfung für Jungen und Mädchen von 9 bis 17 Jahren. Die Impfung soll, wenn möglich, zwischen 9 und 14 Jahren durchgeführt werden, spätestens aber bis zum Alter von 17 Jahren (bis zum Tag vor dem 18. Geburtstag). Falls noch keine Impfung gegen HPV bis zum 18. Geburtstag erfolgt ist, übernehmen einige Krankenkassen eine Impfung auch für junge Frauen und Männer über 18 Jahren, hier lohnt sich eine Anfrage bei Ihrer Krankenkasse.

Wie verträglich ist die Impfung?

Impfstoffe gegen HPV gibt es bereits seit 2006 und es wurden weltweit bereits 270 Mio. Impfungen verabreicht. Das Sicherheitsprofil der HPV-Impfstoffe wird laufend von nationalen und internationalen Gesundheitsbehörden überwacht. Die HPV-Impfstoffe, die derzeit auf dem Markt sind, gelten in der Regel als gut verträglich. Die WHO empfiehlt die Einführung der HPV-Impfung in jedem Land der Welt.

In den Tagen nach der HPV-Impfung können eine Rötung oder Schwellung oder Schmerzen an der Einstichstelle auftreten. Manchmal kann es auch zu einer Temperaturerhöhung, Übelkeit, Kopfschmerzen oder Abgeschlagenheit kommen. Dies ist für eine Impfung ganz normal. Vermehrt wurden Kreislaufreaktionen wie Schwindel oder „Schwarz-Werden-Vor-Den-Augen“ beschrieben. Diese kurzfristigen Kreislaufreaktionen – wie auch die lokalen Reaktionen an der Einstichstelle – lassen sich bei Jugendlichen in vergleichbarem Maße auch bei anderen Impfungen beobachten (z.B. Auffrischimpfung für Tetanus-Diphtherie-Pertussis-Polio), daher sollte die Impfung nicht im Stehen durchgeführt werden. Die Kreislaufreaktion ist meist Ausdruck von Angst bzw. Stress im Zusammenhang mit der Impfung.

Wann sollte nicht geimpft werden?

Man sollte sich nicht impfen lassen, wenn eine Allergie gegen den Impfstoff oder einen seiner Bestandteile vorliegt. Während einer Schwangerschaft soll eine Impfung gegen HPV nicht verabreicht werden. Impfungen während der Stillzeit sind, je nach verwendetem Impfstoff, gegebenenfalls möglich. Bei schweren Infekten mit Fieber sollte man die Impfung verschieben, eine leichte Erkältung ist in der Regel nicht hinderlich. Ihr Ansprechpartner für die Entscheidung, ob eine Impfung durchgeführt werden kann, ist der Arzt.

Wo kann ich mich impfen lassen?

Die Impfung gegen HPV erfolgt, wie jede andere Impfung grundsätzlich durch Fachärzte. Die Impfung kann von vielen Ärzten und Ärztinnen der folgenden Fachrichtungen durchgeführt werden z.B. Allgemeinmedizin, Kinder- und Jugendheilkunde, Urologie, Gynäkologie.

Zahlt die Krankenkasse die Impfung?

Für Mädchen und Jungen zwischen 9 und 17 Jahren wird die HPV-Impfung von den gesetzlichen und in der Regel auch von den privaten Krankenversicherungen bezahlt. Einige Krankenversicherungen haben ihre Leistungen darüber hinaus ausgeweitet und übernehmen die Impfkosten auch für junge Frauen und Männer über 18 Jahre.

Krebs­vorsorge

Das Ziel von Krebsvorsorge und Krebsfrüherkennungsuntersuchungen ist, den Krebs zu erkennen, bevor er entsteht oder es zu Beschwerden kommt.

Krebsvorsorge für Gebär­mutter­halskrebs

Jede Frau zwischen 20-34 Jahren kann in Deutschland einmal im Jahr kostenlos zur Krebsvorsorge also zur Untersuchung auf Gebärmutterhalskrebs und seinen Vorstufen beim Frauenarzt/Frauenärztin gehen. Ab 35 Jahren wird Frauen eine Kombinationsuntersuchung (Ko-Testung), bestehend aus Pap-Abstrich und HPV-Test, alle 3 Jahre angeboten.

Der bei den Frauen vorherrschende Gebärmutterhalskrebs wird zu nahezu 100% durch HPV verursacht.

Pap-Test

Der sogenannte “Pap-Test”, ein Zellabstrich vom Gebärmutterhals ist dabei die wichtigste Untersuchung zur Krebsfrüherkennung. Ziel dieser Untersuchung ist Zellveränderungen am Gebärmutterhals aufzuspüren. Damit steigt die Chance, Krebsvorstufen zu erkennen und zu behandeln – noch bevor Gebärmutterhalskrebs entsteht.

HPV-Test

Neben dem Pap-Test kann sich auch der HPV-Test zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs eignen. Mit dem HPV-Test können mögliche Krebsvorstufen sogar eventuell besser entdeckt werden. Mithilfe eines Tests auf HP-Viren (HPV-Test) lässt sich herausfinden, ob eine Frau mit HPV infiziert ist und daher ein erhöhtes Risiko für Gebärmutterhalskrebs hat. Der HPV-Test selbst kann Zellveränderungen aber nicht erkennen. Deshalb sind bei einem auffälligen Befund der Pap-Test und eventuell weitere Untersuchungen nötig.

Das Krebs­vorsorge­programm in Deutschland umfasst von den HPV-bedingten Tumoren nur das Screening auf Gebär­mutter­halskrebs. Andere HPV-bedingte Tumore sind nicht im Krebs­vorsorge­programm enthalten.

EINE WICHTIGE ENTSCHEIDUNG.
SPRECHEN SIE MIT IHREM ARZT ÜBER EINE HPV-IMPFUNG

Kondome und Co. als Vorbeugung?

Kondome

Kondome können die Gefahr einer Ansteckung zwar verringern, bieten aber keinen absolut zuverlässigen Schutz vor HPV. Das liegt daran, dass die HP-Viren im gesamten Genital- und Analbereich vorkommen können und man so auch trotz Kondom damit in Berührung kommen kann. Trotzdem sollte beim Sex nicht auf Kondome verzichtet werden, da sie vor vielen anderen sexuell übertragbaren Krankheiten schützen können.

Enthaltsamkeit

Wer sich sicher vor einer Ansteckung schützen wollte, müsste völlig enthaltsam sein oder einen Partner haben, die oder der ebenfalls keine anderen intimen Kontakte hat und hatte. Dauerhafte sexuelle Enthaltsamkeit ist jedoch für die meisten Menschen nicht praktikabel.