Eine Infektion mit HPV lässt sich heute viel leichter nachweisen als noch vor einigen Jahren. Hierzu stehen spezielle Tests zur Verfügung, die Erbmaterial von humanen Papillomviren nachweisen können. Die HPV- Infektion selbst lässt sich derzeit nicht mit Medikamenten behandeln oder anderweitig beseitigen. Es gibt aber Behandlungsmöglichkeiten für die durch HPV hervorgerufenen Erkrankungen.

Feigwarzen
(Genital­warzen)

Anhand ihrer typischen Erscheinungsform können Feigwarzen meist mit dem bloßen Auge erkannt und diagnostiziert werden. Gegebenenfalls entnimmt der Arzt/Ärztin unter örtlicher Betäubung eine kleine Gewebeprobe und lässt sie unter dem Mikroskop feingeweblich untersuchen.

Gebärmutter­hals­krebs

Krebsvorstufen des Gebärmutterhalses sind meist symptomlos und können durch die routinemäßigen Vorsorgeuntersuchungen (PAP-Abstrich oder je nach Alter kombiniert mit HPV-Testung) entdeckt werden. Ein auffälliger Befund erfordert die weitere Untersuchung mittels Scheidenspiegelung. Von verdächtigen Bereichen können dann gezielt Gewebeproben (sog. Biopsien) entnommen werden. Bei leichten und mittelschweren Zellveränderungen erfolgt in der Regel alle 3 bis 6 Monate eine Kontrolle, da sich die Krebsvorstufen häufig zurückbilden.

Analkrebs

Analkrebs wird als Zufallsbefund routinemäßiger Untersuchungen, wie z.B. Darmspiegelungen entdeckt. Frühe Stadien verlaufen häufig zunächst ohne Beschwerden, jedoch mit tastbaren, aber nicht schmerzhaften Hautveränderungen. Im weiteren Verlauf sind anale Blutungen bei circa 45–50 % der Patienten das Hauptsymptom. Darüber hinaus können Schmerzen beim Stuhlgang, ein Fremdkörpergefühl, Jucken, Schleimabgang und Inkontinenz auftreten.

Mund-Rachenkrebs

Bei Verdacht auf einen Mund-Rachenkrebs bzw. Kopf-Hals Tumor werden nach eingehender Untersuchung Gewebeproben mittels Spiegelung der oberen Luft- und Speisewege oder durch Ultraschall entnommen. Mit der Computertomographie, der Magnetresonanztomographie oder bei speziellen Fragestellungen mittels Positronen-Emissions-Tomographie kann die Ausbreitung des Tumors exakt bestimmt werden.

Peniskrebs

Bei Verdacht auf Peniskrebs wird die Diagnose durch eine Gewebeprobe gesichert, die mikroskopisch untersucht wird. Mit Hilfe weiterer Untersuchungen wird geklärt, ob der Tumor Tochtergeschwülste in Lymphknoten oder anderen Organen gebildet hat. Zum Einsatz kommen bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Kernspintomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) für die Untersuchung der Lymphknoten und Organe im Leisten-, Becken- und Bauchraum. Auch Röntgenbilder der Lunge und eine Skelettszintigraphie können durchgeführt werden.

Scheiden­krebs

Scheidenkrebs wird häufig als Zufallsbefund bei der gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung diagnostiziert. Bei einem auffälligen Zellabstrich wird eine zusätzliche Lupenvergrößerungsuntersuchung (Kolposkopie) vorgenommen und eine Gewebeprobe entnommen, die dann mikroskopisch untersucht wird. Oft entstehen bösartige Tumore in der Scheide durch Ausbreitung von Tumoren aus benachbarten Organen, wie z.B. dem Gebärmuttermund, der Schamlippen, der Harnröhre oder der Harnblase. Zur weiteren Abklärung werden verschiedene diagnostische Verfahren verwendet wie z.B. die Spiegelung der Harnwege (Urethrozystoskopie) oder des Enddarms (Rektoskopie) und die Ultraschalluntersuchung der Scheide. Röntgenuntersuchungen, Kernspintomographie und Computertomographie können ebenfalls eingesetzt werden.

Scham­lippen­krebs

Schamlippenkrebs wird häufig als Zufallsbefund bei der gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung diagnostiziert. Bei Verdacht auf Schamlippenkrebs wird der gesamte Genitalbereich und die Leistenregion angeschaut und abgetastet. Von verdächtigen Bereichen wird eine Gewebeprobe entnommen und mit dem Mikroskop untersucht, eine Lupenvergrößerungsuntersuchung (Vulvoskopie) kann die Diagnostik unterstützen. Da dieser Krebs oftmals in angrenzende Gewebe und Organe hineinwächst, sind je nach Lage des Tumors weitere Untersuchungen sinnvoll. Die Spiegelung der Harnwege (Urethrozystoskopie) oder des Enddarms (Rektoskopie) kann hierbei in Betracht gezogen werden. Aber auch Röntgen- und Ultraschalluntersuchungen, als auch Kernspintomographie und Computertomographie helfen bei der Abklärung, ob andere Organe betroffen sind.