Mund-Rachen-Krebs

  • 1. Beschreibung

  • 2. Ursachen & Risikofaktoren

  • 3. Häufigkeit

  • 4. Symptome

  • 5. Diagnose

  • 6. Krankheitsverlauf

  • 7. Behandlung

  • 8. Folgen

  • 9. Vorbeugung

Diese und weitere Erkrankungen können von bestimmten Humanen Papillomviren (HPV) verursacht werden.

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Vor allem Rachenkrebs und Krebs der Gaumenmandeln stehen in Verbindung mit HPV-Infektionen. Für Kehlkopfkrebs wird ebenfalls ein Zusammenhang vermutet. Sowohl Frauen als auch Männer können gleichermaßen an Mund- und Rachenkrebs erkranken.

Risikofaktoren für Krebs im Kopf-Hals-Bereich sind insbesondere Rauchen und regelmäßiger hoher Alkoholkonsum, aber auch bestimmte Infektionen oder der Umgang mit bestimmten Schadstoffen. Zusätzlich können schlechte Mundhygiene, chronische Verletzungen der Schleimhaut sowie ein schwer geschwächtes Immunsystem die Entstehung der Krebserkrankung begünstigen.

 

Über die letzten Jahre zeigten epidemiologische Studien, dass immer mehr Kopf- und Halstumore, vor allem im Bereich des Mund- und Rachenraums, mit einer HPV- Infektion zusammenhängen. Dies betrifft insbesondere jüngere Patient:innen. Grund dafür sind die weltweit zunehmenden Infektionszahlen mit einem Hochrisiko-Typ der HP-Viren.

Bösartige Tumore der Kopf- und Halsregion sind eine der häufigsten Krebserkrankungen weltweit und der größte Teil davon betrifft den Mund- und Rachenraum. Im Jahr 2018 erkrankten in Deutschland 4.490 Frauen und 9.820 Männer an Krebs im Mund-Rachen-Bereich. Männer erkranken dabei nicht nur häufiger, sondern auch in etwa 2–3 Jahre früher als Frauen.

 

Die 5-Jahres-Überlebensrate gibt an, wie viel Prozent der Erkrankten 5 Jahre nach der Diagnose der Krebserkrankung noch am Leben sind. Bei Patient:innen mit Mund- oder Rachenkrebs liegt diese Zahl bei 66 %. Interessanterweise ist die Prognose bei HPV- assoziiertem Mund-Rachen-Krebs besser, als wenn eine andere Ursache zugrunde liegt.

Krebserkrankungen der Mundhöhle und des Rachens können unter anderem folgende Symptome verursachen:

  • Anhaltende Halsschmerzen
  • Schluckbeschwerden
  • Schwierigkeiten, den Mund vollständig zu öffnen
  • Einschränkungen beim Bewegen der Zunge
  • Gewichtsabnahme ohne erkennbaren Grund
  • Ohrenschmerzen
  • Ein „Kloß“ im hinteren Teil des Mundes, des Rachens oder des Halses
  • Ein weißer Fleck auf der Zunge oder in der Mundhöhle
  • Blutbeimengungen beim Husten

 

Viele dieser Symptome können auch aufgrund anderer Krankheiten auftreten. Trotzdem sollte bei anhaltenden Beschwerden ein/e Ärzt:in aufgesucht werden, damit die Ursache abgeklärt und gegebenenfalls behandelt werden kann.

Bei Verdacht auf einen Mund-Rachen-Krebs bzw. Kopf-Hals-Tumor werden nach eingehender Untersuchung Gewebeproben mittels Spiegelung der oberen Luft- und Speisewege oder Ultraschall entnommen. Mit der Computertomographie, der Magnetresonanztomographie oder bei speziellen Fragestellungen mittels Positronen- Emissions-Tomographie kann die Ausbreitung des Tumors exakt bestimmt werden.

HPV-bedingte Mund-Rachen-Tumore entstehen meist in den tiefen Einbuchtungen der Mandeln und verursachen zu Beginn meist keine Symptome.

 

Expert:innen gehen davon aus, dass zwischen der ersten HPV-Infektion und der Krebsentstehung eine Zeitspanne von ungefähr 20–30 Jahren liegt. So hätte sich einePerson, die im Alter von 45–55 Jahren an Krebs erkrankt, im Alter von ungefähr 25 Jahren mit HPV infiziert.

Bei der Behandlung von Tumoren im Mund- und Rachenraum ist es nicht nur wichtig, den gesamten Tumor, sondern auch alle Absiedlungen in die Halslymphknoten zu entfernen oder zu zerstören. Als Behandlung kommen beispielsweise eine Operation, Bestrahlung und Chemotherapie in Frage. Eine Strahlentherapie wird bei Kopf-Hals- Tumoren im Anschluss an eine Operation durchgeführt, wenn nicht das gesamte Tumorgewebe entfernt, kein ausreichender Sicherheitsabstand zu angrenzendem Gewebe eingehalten werden konnte oder wenn der Tumor bereits in Lymphknoten oder andere Organe gestreut hat. In selteneren Fällen findet eine Bestrahlung vor der Operation und dann oft in Kombination mit einer Chemotherapie statt, um die Heilungschancen bei der Operation zu verbessern. Bei Kopf-Hals-Tumoren, die nicht operiert werden können, wird die Chemotherapie in der Regel ebenfalls mit einer Bestrahlung kombiniert. Beide Verfahren können gleichzeitig oder nacheinander angewendet werden.

 

Nach der Therapie sind sorgfältige Nachuntersuchungen wichtig, um Anzeichen eines Wiederauftretens des Tumors sofort zu erkennen. Die Untersuchungen werden im ersten Jahr alle 6 bis 12 Wochen, im zweiten Jahr alle 3 Monate, im dritten Jahr alle 3 bis 4 Monate und danach alle 6 Monate durchgeführt.

Bei Patient:innen mit Kopf-Hals-Tumoren treten nach der Behandlung häufig Komplikationen auf, da Therapien wie Chemo- oder Strahlentherapie insbesondere die Zellen angreifen, die sich schnell teilen. Darunter fallen neben den Tumorzellen aber auch Zellen der Mundschleimhaut. Zudem kann das Gleichgewicht der Bakterien, die den Mund besiedeln, gestört werden. Mögliche Folgen davon sind Geschwüre, Infektionen und Karies.

Wer bekannte Risikofaktoren meidet, kann bestimmten Krebserkrankungen vorbeugen. Diese Risikofaktoren sind u. a. Rauchen, Alkoholkonsum und eine Infektion mit HP-Viren.
Studien konnten bereits zeigen, dass das Risiko, an Mund-Rachen-Krebs zu erkranken, beispielsweise nach 5 bis 9 Jahren um die Hälfte sinkt, wenn man mit dem Rauchen aufhört. 20 Jahre nach dem Rauchstopp ist das Risiko, an diesen Krebsarten zu erkranken, etwa gleich hoch wie bei Menschen, die nie geraucht haben.

 

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