Gebärmutterhals­­krebs

  • 1. Beschreibung

  • 2. Ursachen & Risikofaktoren

  • 3. Häufigkeit

  • 4. Symptome

  • 5. Diagnose

  • 6. Krankheitsverlauf

  • 7. Behandlung

  • 8. Folgen

  • 9. Vorbeugung

Diese und weitere Erkrankungen können von bestimmten Humanen Papillomviren (HPV) verursacht werden.

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Weltweit ist der Gebärmutterhalskrebs die vierthäufigste Krebserkrankung bei Frauen. Gebärmutterhalskrebs wird zu nahezu 100 % durch bestimmte HP-Viren verursacht. Von einer Infektion bis zur Entstehung von Gebärmutterhalskrebs können oft Jahre bis Jahrzehnte vergehen. Die Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs können durch einen Pap-Abstrich bei einer frauenärztlichen Untersuchung erkannt werden. Trotzdem versterben täglich in Deutschland 4 Frauen an Gebärmutterhalskrebs.

Fast immer wird Gebärmutterhalskrebs durch eine schon länger bestehende Infektion mit bestimmten HP-Viren verursacht. Diese Viren können über direkte Haut- oder Schleimhautkontakte übertragen werden. Es gibt verschiedene Virus- Typen. Einige davon gelten als „Hochrisiko-Viren“ und sind der Hauptrisikofaktor dafür, dass am Gebärmutterhals Krebs entstehen kann.

 

Die meisten Frauen brauchen vor einer HPV-Infektion keine Angst zu haben. Bei den meisten Frauen heilt die Infektion von alleine wieder ab. Selbst wenn eine Person dauerhaft infiziert ist, entsteht daraus nur sehr selten Krebs. Es ist noch unklar, warum sich bei der einen Frau Krebs bildet und bei der anderen nicht.

 

Weitere Faktoren, die das Entstehen von Krebsvorstufen oder Gebärmutterhalskrebs begünstigen können, sind zum Beispiel Rauchen oder eine geschwächte Immunabwehr (aufgrund einer HIV-Infektion oder bestimmter Medikamente, die das körpereigene Abwehrsystem unterdrücken). Anders als beim Brustkrebs spielt eine erbliche Veranlagung keine Hauptrolle.

Gebärmutterhalskrebs ist die vierthäufigste Krebserkrankung bei Frauen weltweit. In Deutschland erkranken pro Jahr etwa 4.600 Frauen an Gebärmutterhalskrebs, auch „Zervixkarzinom“ genannt. Ungefähr zwei von 100 bösartigen Tumoren der Frauen betreffen den Gebärmutterhals. Besonders häufig sind Frauen zwischen 40 und 59 Jahren betroffen.

 

Unter anderem durch die Früherkennungsuntersuchungen ist die Diagnose Gebärmutterhalskrebs deutlich seltener geworden und die Überlebensaussichten der Patientinnen haben sich verbessert.

Zu Beginn macht Gebärmutterhalskrebs meist keine Beschwerden und es gibt keine frühen und sicheren Anzeichen für diesen Krebs. Oft treten unspezifische Krankheitszeichen auf wie etwa allgemeine Müdigkeit, unerklärliche Gewichtsabnahme, Unterleibsschmerzen oder unregelmäßige Blutungen. Diese Beschwerden können Hinweise auf Gebärmutterhalskrebs sein, sie können aber auch andere Ursachen haben.

 

Folgende Anzeichen können auf Gebärmutterhalskrebs hindeuten:

  • ungewöhnliche Blutungen, zum Beispiel nach den Wechseljahren, außerhalb der Monatsblutung oder nach dem Geschlechtsverkehr
  • Monatsblutungen, die länger als sieben Tage andauern
  • übelriechender Ausfluss aus der Scheide
  • fleischwasserfarbiger Ausfluss aus der Scheide
  • Schmerzen im Unterbauch oder Becken
  • Schmerzen beim Stuhlgang oder Wasserlassen
  • ungewöhnliche Schwellung
  • Schmerzen in Flanken oder Rücken, wenn sich Urin in der Niere gestaut hat

 

Wer solche Anzeichen bei sich bemerkt, sollte eine/n Frauenärzt:in aufsuchen, um die Ursache abzuklären.

Krebsvorstufen des Gebärmutterhalses sind meist symptomlos und können durch die routinemäßigen Vorsorgeuntersuchungen (Pap-Abstrich oder je nach Alter kombiniert mit HPV-Testung) entdeckt werden.

 

Jede Frau zwischen 20 und 34 Jahren kann in Deutschland einmal im Jahr kostenlos zur Krebsfrüherkennung, also zur Untersuchung auf Gebärmutterhalskrebs und seinen Vorstufen bei der/beim Frauenärzt:in gehen. Ab 35 Jahren wird Frauen eine Kombinationsuntersuchung (Ko-Testung), bestehend aus Pap-Abstrich und HPV-Test, alle 3 Jahre angeboten. Der bei den Frauen vorherrschende Gebärmutterhalskrebs wird zu nahezu 100 % durch HPV verursacht.

 

Pap-Abstrich
Der sogenannte „Pap-Test“, ein Zellabstrich vom Gebärmutterhals, ist dabei die wichtigste Untersuchung zur Krebsfrüherkennung. Ziel dieser Untersuchung ist, Zellveränderungen am Gebärmutterhals aufzuspüren. Damit steigt die Chance, Krebsvorstufen zu erkennen und zu behandeln – noch bevor Gebärmutterhalskrebs entsteht.

 

HPV-Test
Neben dem Pap-Test kann sich auch der HPV-Test zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs eignen. Mit dem HPV-Test können mögliche Krebsvorstufen sogar eventuell besser entdeckt werden. Mithilfe eines Tests auf HP-Viren (HPV-Test) lässt sich herausfinden, ob eine Frau mit HPV infiziert ist und daher ein erhöhtes Risiko für Gebärmutterhalskrebs hat. Der HPV-Test selbst kann Zellveränderungen aber nicht erkennen. Deshalb sind bei einem auffälligen Befund der Pap-Test und eventuell weitere Untersuchungen nötig.

 

Ein auffälliger Befund erfordert die weitere Untersuchung mittels Scheidenspiegelung. Von verdächtigen Bereichen können dann gezielt Gewebeproben (sog. Biopsien) entnommen werden. Bei leichten und mittelschweren Zellveränderungen erfolgt in der Regel alle 3 bis 6 Monate eine Kontrolle, da sich die Krebsvorstufen häufig zurückbilden.

 

Das Krebsvorsorgeprogramm in Deutschland umfasst von den HPV-bedingten Tumoren nur das Screening auf Gebärmutterhalskrebs. Andere HPV-bedingte Tumore sind nicht im Krebsvorsorgeprogramm enthalten.

Im Gegensatz zu seinen Vorstufen kann es beim Gebärmutterhalskrebs, insbesondere in einem fortgeschrittenen Stadium, zu Symptomen wie z. B. abnormalen Blutungen und Schmerzen im Unterleib kommen.

 

Gebärmutterhalskrebs kann sich ausbreiten (metastasieren) und andere Gewebe befallen. Bei ungefähr jeder dritten Patientin sind zum Zeitpunkt der Diagnose die Lymphknoten im Becken befallen. Es kann auch vorkommen, dass Gebärmutterhalskrebs in die Lymphgefäße entlang der Hauptschlagader (Aorta) streut. Wenn der Krebs über die Blutbahnen in andere Organe streut, dann sind in den meisten Fällen Lunge, Leber oder Knochen betroffen.

Haben die Zellveränderungen über ein Jahr Bestand oder liegt eine fortgeschrittene Krebsvorstufe vor, wird das veränderte Gewebe am Gebärmutterhals entfernt (Konisation).

 

Die Standardtherapie früherer Stadien des Gebärmutterhalskrebses besteht aus einer Operation, in fortgeschrittenen Stadien ist in der Regel die Radiochemotherapie, eine Kombination aus Strahlen- und Chemotherapie, erforderlich.

 

Im Anschluss an die Behandlung werden regelmäßige Nachkontrollen durchgeführt. Sie haben das Ziel, den Erfolg der Behandlung zu überprüfen, ein mögliches Wiederauftreten des Tumors oder die Bildung von Metastasen zu erkennen und Patientinnen bei möglichen Folgen der Behandlung und deren Bewältigung zu unterstützen. Da die meisten Rückfälle in den ersten fünf Jahren vorkommen, empfehlen Expert:innen hier enge Kontrollabstände.

 

Folgende Themen sollten in der Nachsorge angesprochen beziehungsweise erfragt werden:

  • vorübergehende und langfristige Auswirkungen von Erkrankung und
  • Behandlungen

  • Hilfsangebote, etwa Selbsthilfegruppen oder psychosoziale
  • Krebsberatungsstellen

  • psychoonkologische und psychotherapeutische Behandlungsmöglichkeiten
  • Sexualität und Partnerschaft
  • Lebensqualität

 

Außerdem gehören zu einer Nachsorgeuntersuchung eine Tastuntersuchung von Scheide und Enddarm, Betrachten und Abtasten der inneren Geschlechtsorgane sowie ein Zellabstrich (Pap-Test). Weiter können Untersuchungen wie etwa eine Lupenuntersuchung, ein HPV-Test oder Ultraschalluntersuchungen bei Patientinnen ergänzend eingesetzt werden.

Infolge der Krebsfrüherkennungsuntersuchungen werden jährlich über 140.000 operative Eingriffe zur Diagnostik oder Behandlung krebsverdächtiger Befunde von Krebs und Krebsvorstufen durchgeführt. Betroffen sind vor allem junge Frauen im gebärfähigen Alter. Als Folge des Eingriffs kann es bei nachfolgenden Schwangerschaften unter anderem zu einem erhöhten Risiko für Früh- und Fehlgeburten kommen.

Gebärmutterhalskrebs hängt fast immer mit einer schon länger bestehenden Infektion mit bestimmten HPV-Typen zusammen, insbesondere mit sogenannten „Hochrisiko-Viren“.

 

Die wichtigste Maßnahme gegen bestimmte HPV-Infektionen ist die prophylaktische Schutzimpfung, die idealerweise vor dem ersten Geschlechtsverkehr verabreicht wird. Die STIKO empfiehlt die Impfung gegen HPV für Mädchen und Jungen im Alter von 9–14 Jahren. Spätestens bis zum Alter von 17 Jahren sollen versäumte Impfungen gegen HPV nachgeholt werden. Je früher geimpft wird, desto größer ist der Nutzen.

 

Es gibt Hinweise, dass eine Impfung gegen HPV auch nach durchgemachter HPV- Infektion Vorteile bringen kann, um das Risiko einer erneuten Infektion zu senken. Einige Studien deuten sogar darauf hin, dass die Impfung das Wiederauftreten von Krebsvorstufen verringern kann.

 

Mehr Informationen zum Thema HPV-Impfung finden Sie hier.