Warum betrifft mich HPV im Erwachsenenalter?

Auch im Erwachsenenalter sind HPV und HPV-Infektionen relevant. Das Risiko einer Ansteckung besteht lebenslang, und mögliche Folgen einer Infektion zeigen sich häufig erst Jahre oder sogar Jahrzehnte später.

HPV steht für Humane Papillomviren. Die meisten Menschen infizieren sich im Laufe ihres Lebens mit HPV. Die Ansteckung kann bereits lange zurückliegen und bleibt oft unbemerkt. Meist heilt eine HPV-Infektion von allein wieder ab. Wenn das nicht passiert, können sich über die Jahre HPV-bedingte Krebsarten oder deren Vorstufen entwickeln. Gewisse HPV-Typen können unter anderem Gebärmutterhalskrebs, Analkrebs oder bestimmte Mund-Rachen-Krebserkrankungen verursachen.

Das Thema HPV betrifft keineswegs nur eine Altersgruppe. Jungen und Mädchen sowie Männer und Frauen können gleichermaßen betroffen sein. Da Infektionen oft jahrelang unbemerkt bleiben, kann HPV auch in festen Partnerschaften relevant sein.

Etwa 4 von 5 Menschen

infizieren sich im Laufe ihres Lebens mit HPV.

Möglichkeiten der Krebsprävention und HPV: Was kann ich im Erwachsenenalter tun?

Auch im Erwachsenenalter gibt es unter bestimmten Umständen Möglichkeiten, gewissen HPV-bedingten Erkrankungen vorzubeugen. Zudem können empfohlene Vorsorgeuntersuchungen dazu beitragen, Veränderungen am Gebärmutterhals frühzeitig zu erkennen.

Regelmäßige Krebsfrüherkennungsuntersuchungen spielen dabei eine wichtige Rolle, um Krebsvorstufen bei Gebärmutterhalskrebs zu erkennen und rechtzeitig zu behandeln. Für Frauen sind Vorsorgeuntersuchungen in der gynäkologischen Praxis wichtig, Männer sollten bei einem Verdacht auf eine HPV-Infektion einen Urologen oder Dermatologen aufsuchen.

Ein weiterer Baustein ist die HPV-Impfung. Sie ist die wichtigste Maßnahme, um bestimmten HPV-bedingten Krebserkrankungen vorzubeugen und kann auch im Erwachsenenalter noch individuell sinnvoll sein. Selbst wenn bereits eine HPV-Infektion vorlag, kann die Impfung trotzdem noch einen Schutz vor den anderen im jeweiligen Impfstoff enthaltenen Typen bieten, mit denen man noch nicht infiziert ist.

Wer wissen möchte, ob eine HPV-Impfung individuell infrage kommt oder Fragen zu unabgeschlossenen Impfserien hat, kann sich in der behandelnden Arztpraxis dazu beraten lassen.

Nahezu 100 % aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs

werden von bestimmten HP-Viren verursacht.

Ca. 10.000 Menschen erkranken jährlich

an HPV-bedingtem Krebs in Deutschland.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

  • Kurz gesagt: Ja. Die meisten HPV-Infektionen verursachen keine Beschwerden und bleiben daher oft unbemerkt. Deshalb kann der Ansteckungszeitpunkt bereits Jahre zurückliegen, ohne dass Betroffene davon wissen.

    Mehr Details: HPV-Infektionen verlaufen in den meisten Fällen asymptomatisch. Daher wissen viele Menschen nicht, dass sie sich angesteckt haben oder bereits eine HPV-Infektion hinter sich haben. Die Ansteckung kann zudem lange zurückliegen, da HPV über Jahre im Körper verbleiben kann, ohne Symptome zu verursachen.
    Meist bekämpft das Immunsystem die Infektion innerhalb von ein bis zwei Jahren von selbst. Bleibt die Infektion jedoch bestehen, können bestimmte Veränderungen des betroffenen Gewebes entstehen. Häufig bilden diese sich wieder zurück, können aber auch fortbestehen oder sich weiterentwickeln.
    Ein sichtbares Anzeichen für Infektionen mit bestimmten HPV-Typen können Genitalwarzen sein. Gewisse andere HPV-Typen verlaufen für das menschliche Auge unsichtbar und können außerdem bestimmte Zellveränderungen auslösen, aus denen sich über viele Jahre hinweg bestimmte HPV-bedingte Krebsarten oder deren Vorstufen entwickeln können.

  • Kurz gesagt: Nein. Die meisten HPV-Infektionen führen nicht zu Krebs. HPV-Infektionen sind weit verbreitet und heilen durch die körpereigene Immunabwehr meist ganz von selbst aus. Wird eine HPV-Infektion festgestellt, bedeutet das nicht automatisch eine Krebserkrankung. Sie kann jedoch mit einem erhöhten Risiko für Zellveränderungen verbunden sein und sollte ärztlich abgeklärt bzw. beobachtet werden.

    Mehr Details: HPV-Infektionen führen nur unter bestimmten Umständen zu Krebserkrankungen. Die meisten Infektionen verlaufen unbemerkt und heilen innerhalb von ein bis zwei Jahren von allein wieder ab. Bleibt die Infektion jedoch bestehen, können an der betroffenen Stelle bestimmte Zell- oder Gewebeveränderungen entstehen. Diese bilden sich häufig wieder zurück, können aber auch fortbestehen oder sich weiterentwickeln.
    Gewisse HPV-Typen, sog. Hochrisiko-Typen wie z.B. 16 & 18, können stärkere Zellveränderungen hervorrufen. Aus diesen können sich über viele Jahre hinweg bestimmte HPV-bedingte Krebsvorstufen oder bestimmte Krebsarten entwickeln.

  • Kurz gesagt: Nein. Der Zeitpunkt einer Ansteckung mit HPV kann bereits viele Jahre zurückliegen, bevor eine Infektion festgestellt wird. Deshalb ist eine HPV-Infektion in der Regel kein Zeichen für Untreue. Aus einem positiven HPV-Test oder einem auffälligen PAP-Abstrich lässt sich meist nicht ableiten, wann die Ansteckung erfolgt ist oder woher sie stammt.

    Mehr Details: HPV-Infektionen gehören zu den am häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen. Etwa 4 von 5 Menschen infizieren sich im Laufe ihres Lebens damit. Die meisten HPV-Infektionen verursachen keine Beschwerden, bleiben daher oft unbemerkt und heilen von allein ab. Dadurch kann das Virus unbewusst weitergegeben werden.
    Eine HPV-Infektion kann über Jahre bestehen bleiben, ohne aufzufallen. Werden später bestimmte Zell- oder Gewebeveränderungen entdeckt, liegt der ursprüngliche Zeitpunkt der Ansteckung oft bereits lange zurück. Deshalb sagen Zellveränderungen am Gebärmutterhals, ein positiver HPV-Test oder ein auffälliger PAP-Abstrich in der Regel nichts darüber aus, ob ein:e Partner:in fremdgegangen ist.

  • Kurz gesagt: Ja. Wer sexuell aktiv ist, ist unabhängig von Alter, Beziehungsstatus oder Geschlecht einem Risiko für HPV-Infektionen ausgesetzt. Eine HPV-Infektion kann zudem viele Jahre unbemerkt bestehen bleiben und daher auch in einer festen Partnerschaft festgestellt werden.

    Mehr Details: HPV-Infektionen gehören zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen. Da die meisten Infektionen keine Beschwerden verursachen und meist von allein abheilen, bleiben sie oft unbemerkt. Deshalb kann eine HPV-Infektion bereits lange vor einer festen Beziehung erworben worden sein und trotzdem erst Jahre später festgestellt werden.
    Das Risiko einer HPV-Infektion besteht für sexuell aktive Menschen lebenslang. Schätzungsweise 9 von 10 sexuell aktiven Menschen infizieren sich im Laufe ihres Lebens mit HPV. Zudem kann man sich auch erneut mit HPV anstecken, entweder mit weiteren HPV-Typen oder unter bestimmten Umständen erneut mit einem bereits bekannten HPV-Typ.
    Daher kann HPV auch in einer festen Partnerschaft relevant sein, ohne dass dies automatisch auf eine kürzlich erfolgte Ansteckung hinweist.

  • Kurz gesagt: Auch nach einer HPV-Infektion kann eine HPV-Impfung individuell sinnvoll sein. Eine bestehende HPV-Infektion kann durch die Impfung nicht geheilt werden. Sie kann jedoch immer noch den anderen HPV-Typen vorbeugen, die im jeweiligen Impfstoff enthalten sind, mit denen man noch nicht infiziert ist.

    Mehr Details: Auch nach einer HPV-Infektion kann die HPV-Impfung noch individuell sinnvoll sein. Sie kann trotzdem noch einen Schutz vor den anderen in der Impfung enthaltenen Typen bieten, mit denen man noch nicht infiziert ist.
    Nach einer ausgeheilten Infektion kann die Impfung außerdem dazu beitragen, bestimmten Erkrankungen vorzubeugen, die infolge einer erneuten Infektion mit demselben HPV-Typ auftreten können.

  • Kurz gesagt: Nein. Ein positives HPV-Test-Ergebnis oder ein auffälliger PAP-Abstrich bedeuten nicht automatisch, dass Gebärmutterhalskrebs vorliegt. Die meisten HPV-Infektionen heilen von selbst aus und führen nicht zu Krebs. Ein positives Testergebnis kann jedoch auf ein erhöhtes Risiko hinweisen und sollte ärztlich abgeklärt bzw. beobachtet werden.

    Mehr Details: Fällt der HPV-Test positiv aus, liegt nicht automatisch eine Gebärmutterhalskrebserkrankung vor. Mit einem HPV-Test lässt sich feststellen, ob eine HPV-Infektion vorliegt. Die meisten HPV-Infektionen heilen innerhalb von ein bis zwei Jahren von selbst aus.
    Der PAP-Test gibt Aufschluss darüber, ob bereits Zellveränderungen am Gebärmutterhals vorliegen. Auch HPV-bedingte Zellveränderungen können sich wieder zurückbilden. In bestimmten Fällen kann betroffenes Gewebe im Rahmen einer Konisation entfernt werden.
    Bestimmte HPV-Typen, sogenannte Hochrisiko-Typen wie HPV 16 oder HPV 18, können stärkere Zellveränderungen verursachen. Aus diesen können sich über viele Jahre hinweg bestimmte HPV-bedingte Krebsvorstufen oder bestimmte Krebsarten entwickeln.
    Die Ergebnisse von HPV-Test und PAP-Abstrich helfen dabei einzuschätzen, ob ein erhöhtes Risiko für Gebärmutterhalskrebs besteht und ob weitere Kontrollen oder Untersuchungen notwendig sind.

  • Kurz gesagt: Nein. Kondome können das Risiko einer Ansteckung mit HPV verringern, bieten jedoch keinen zuverlässigen Schutz vor HPV.

    Mehr Details: HPV wird vor allem durch Haut- und Schleimhautkontakte, meist im Intimbereich, übertragen. Dabei ist eine Ansteckung bei allen intimen Kontakten möglich – bei Petting, Vaginal-, Anal- oder Oralsex.
    Da HPV auch an Haut- und Schleimhautbereichen vorkommen kann, die nicht von einem Kondom bedeckt werden, können Kondome eine HPV-Übertragung nicht vollständig verhindern. Sie können das Ansteckungsrisiko jedoch reduzieren.
    Trotzdem sollten Kondome selbstverständlich weiterhin verwendet werden: Sie können einen selbst sowie den Partner/die Partnerin vor vielen weiteren sexuell übertragbaren Krankheiten schützen und damit einen wichtigen Beitrag zur sexuellen Gesundheit leisten.

Alles auf einen Blick: Du möchtest dich ärztlich zur HPV-Impfung beraten lassen, Infos zur Kostenerstattung oder das Thema HPV mit deinen Freund:innen teilen? Gesundheitsvorsorge beginnt mit Nachfragen.

  • Buch dir ein Beratungsgespräch zum Thema HPV direkt in deiner Arztpraxis z.B. bei der Hausärztin, beim Frauenarzt oder bei der Urologin.

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Hier geht’s weiter zu den Infos zu HPV-bedingten Erkrankungen

HPV und Erkrankungen

Das Wichtigste zum Thema HPV im Erwachsenenalter in Kürze

  • Das Thema HPV betrifft Menschen jeden Alters, Geschlechts und Beziehungsstatus.
  • Eine HPV-Infektion bleibt häufig unbemerkt.
  • Die meisten HPV-Infektionen heilen von selbst aus.
  • Bestimmte HPV-Typen können HPV-bedingte Krebsarten verursachen.
  • Gesundheitsvorsorge und Möglichkeiten der Krebsprävention spielen bei HPV im Erwachsenenalter eine wichtige Rolle.
  • Bei Fragen kann die behandelnde Arztpraxis beraten.
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