Informationen für das Gespräch mit meinem Sohn

Bei jeder Impfung kommt die eine oder andere Frage auf. Dabei fragen Sie sich möglicherweise auch „Wie steht mein Sohn oder meine Tochter dazu und „Ist eine HPV-Impfung auch für mein Kind geeignet?“ „Welche Argumente sprechen z. B. für eine HPV-Impfung?“

Da sich fast jeder Mensch im Laufe seines Lebens mit humanen Papillomviren (HPV) infiziert, ist es wichtig zu wissen, um welche Viren es sich dabei handelt. Papillomviren sind Krankheitserreger, die bestimmte Entzündungen und Hautveränderungen, vor allem im Intimbereich, hervorrufen können. Normalerweise bleibt eine Infektion mit den Viren unbemerkt und heilt meist von selber wieder ab. Manche Papillomviren können gutartige Warzen im Intimbereich verursachen. Heilt die Infektion nicht ab, sondern bleibt bestehen, können einige HP-Virus-Typen sogar das Risiko für bestimmte Krebserkrankungen wie z.B. Gebärmutterhalskrebs oder Analkrebs erhöhen. Dies betrifft also beide Geschlechter. Eine Impfung kann nicht nur dazu beitragen die eigene Person zu schützen, sondern auch den jeweiligen Partner.
Da vermutlich nicht nur Sie, sondern auch Ihre Tochter Ihr Sohn Fragen hat, haben wir für das Gespräch einige mögliche Fragen und Antworten für Sie zusammengestellt.
HP-Viren werden über direkten Haut- und Schleimhautkontakt von Mensch zu Mensch über übertragen. Schon über kleinste Verletzungen der Haut bzw. Schleimhaut kann das Virus in den Körper eindringen. Das passiert vor allem bei Intimhautkontakt oder durch sehr engen Körperkontakt wie z.B. Küssen, Streicheln oder Petting. Mädchen und Jungen bzw. Frauen und Männer können sich also ähnlich häufig anstecken.
Es ist nur ein kleiner Pikser in den Oberarm. Genauso wie bei den Impfungen, die du bisher bekommen hast.
Uns liegt deine Gesundheit am Herzen. Außerdem kann eine Impfung vor bestimmten Krebsarten, wie Gebärmutterhalskrebs und Scheidenkrebs sowie Analkrebs vorbeugen, der beide Geschlechter gleichermaßen betrifft.
Es ist besser, sich möglichst früh impfen zu lassen, also ab einem Alter von 9 Jahren, weil man sich dann noch nicht angesteckt hat und der Körper besser auf die Impfung reagiert. Wenn du dich noch vor deinem 14. Lebensjahr impfen lässt, brauchst du anstatt drei Impfungen auch nur zwei.
Mädchen und Jungen sollten sich impfen lassen, da beide Geschlechter betroffen sind. Und je mehr Menschen geimpft sind, desto geringer ist das Risiko, sich gegenseitig anzustecken. Du übernimmst dabei also Verantwortung für dich und für andere. Und Kondome können zwar die Infektionsgefahr verringern, sind aber nicht absolut zuverlässig beim Schutz vor HPV, da die Viren durch Kontakt mit infizierten Haut- und Schleimhautbereichen übertragen werden, d.h. über Körperregionen, die nicht durch das Kondom geschützt sind.
Die Wahrscheinlichkeit, dass du dich im Laufe deines Lebens mit HPV ansteckst, ist hoch. Aber ohne Impfung ist das Risiko, an bestimmten Krebsarten oder Genitalwarzen zu erkranken, höher.
In der Regel ist die Impfung gut verträglich. Es kann vorkommen, dass du in den Tagen nach der HPV-Impfung an der Einstichstelle eine Rötung oder Schwellung bemerkst oder dort Schmerzen hast. Manchmal kann es auch zu einer Temperaturerhöhung, Übelkeit, Kopfschmerzen oder Abgeschlagenheit kommen. Dies ist für eine Impfung ganz normal. Vermehrt wurden Kreislaufreaktionen wie Schwindel oder „Schwarz-Werden-Vor-Den-Augen“ beschrieben. Diese kurzfristigen Kreislaufreaktionen – wie auch die lokalen Reaktionen an der Einstichstelle – lassen sich bei Jugendlichen in vergleichbarem Maße auch bei anderen Impfungen beobachten (z.B. Auffrischimpfung für Tetanus-Diphtherie-Pertussis-Polio), daher sollte die Impfung nicht im Stehen durchgeführt werden. Die Kreislaufreaktion ist meist Ausdruck von Angst bzw. Stress im Zusammenhang mit der Impfung.
Eigentlich kannst du dich beim nächsten Arztbesuch gleich impfen lassen. Wenn du magst geht das aber auch zwischendurch. Einen Termin zum Impfen bekommt man jederzeit. Die Impfung machen viele Ärzte z.B. Hausarzt, Kinder- und Jungendarzt, Urologen und Frauenärzte.